Neuer Missbrauchskomplex: Behörden sprechen von „menschenverachtender Brutalität“
Record ID:
1675155
Neuer Missbrauchskomplex: Behörden sprechen von „menschenverachtender Brutalität“
- Title: Neuer Missbrauchskomplex: Behörden sprechen von „menschenverachtender Brutalität“
- Date: 30th May 2022
- Summary: REUTERS, KÖLN, 30.05.2022 TOTALE PRESSEKONFERENZ SCHWENK AUF KAMERAS JÜRGEN HAESE, ERSTER KRIMINALHAUPTKOMMISSAR REDET AUF DEM PODIUM O-TON KRIMINALHAUPTKOMMISSAR JÜRGEN HAESE ("In der BAO Liste arbeiten meine Kolleginnen und Kollegen der Auswertung und der Ermittlung mit Chats und Abbildungen, die brutalste Vergewaltigungen von Babys und Kleinkindern dokumentieren und
- Embargoed: 13th June 2022 13:16
- Keywords: BAO LISTE Missbrauch NRW Polizei
- Location: Köln
- City: Köln
- Country: Germany
- Topics: Crime/Law/Justice,Crime,Europe
- Reuters ID: LVA001161730052022RP1
- Aspect Ratio: 16:9
- Story Text:Ein neuer Missbrauchskomplex mit Dutzenden Verdächtigen und einer Vielzahl von minderjährigen Opfern hat zur Aufnahme von Ermittlungen in 14 Bundesländern geführt. 72 Tatverdächtige aus 14 Bundesländern sowie ein Tatverdächtiger aus Österreich wurden von Strafverfolgungsbehörden bisher ausgemacht, die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.
Erste Hinweise auf die Taten soll die Festnahme eines Mannes aus Wermelskirchen geliefert haben, dem seinerseits schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in 18 Fällen vorgeworfen wird, sowie Herstellen, Besitz und Verbreiten von kinderpornographischen Schriften. Bei seiner Festnahme durch ein Kölner SEK am 3. Dezember 2021 saß der Beschuldigte laut Polizei zuhause vor dem PC. Unter den mehr als 300 Asservaten befanden sich demnach 232 Datenträger mit einem Umfang von etwa 32 Terabyte. Allein auf einer Festplatte mit ca. 5 Millionen Dateien sollen sich ca. 3,5 Millionen Bilddateien und ca. 1,5 Millionen Videos befunden haben. Der gesicherte Datenbestand reicht zurück bis ins Jahr 1993.
Nicht nur die Menge, auch die Grausamkeit der dokumentierten Taten sei ihm ihn dieser Form noch nicht begegnet, sagte der Kölner Polizeipräsident Falk Schnabel am Montag bei der Vorstellung der eigens gegründeten BAO "Liste" (Besondere Aufbauorganisation). "Ich bin wirklich erschüttert und fassungslos. Ein solches Ausmaß an menschenverachtender Brutalität und gefühlloser Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid von kleinen Kindern, den Schmerzen und ihren Schreien und ihrer offensichtlichen Angst, ist mir noch nicht begegnet."
Der Beschuldigte habe Listen über seine Chat-, Bild-, und Videodaten angelegt, daher der Titel - BAO "Liste". Bislang seien nur etwa 10 Prozent dieser Daten ausgewertet.
Bis etwa 2018 sei der Beschuldigte als Babysitter im Kölner Umland tätig gewesen. Er habe dabei auch ältere behinderte Kinder betreut. Die ihm zur Last gelegten Taten sollen überwiegend auf der Nutzung dieser Tatgelegenheiten beruht haben, sagte Kriminalhauptkommissar Jürgen Haese. "In dieser Eigenschaft hat er sich Kontakte gesucht über einschlägige Inserate, letztlich auch über Ebay, hat da Kontakt mit den Eltern, mit den Erziehungsberechtigten aufgenommen und hat in dieser Eigenschaft Babys, Kleinkinder, aber auch behinderte Kinder betreut. Ein großer Teil der ihm jetzt zur Last gelegten Taten beruht auf der Ausnutzung dieser Tat-Gelegenheiten, die er in seiner Eigenschaft als Babysitter entwickelt hat."
Unter den Opfern befinden sich Säuglinge, Kleinkinder und Heranwachsende, so die Polizei. Das jüngste Missbrauchsopfer sei zur Tatzeit gerade mal einen Monat alt gewesen.
Aus den Beziehungen zwischen Tatverdächtigen und Opfern ergebe sich bundesweit ein deutliches Schwergewicht bei den Fällen, in denen die Betreuung als Babysitter eine Rolle gespielt habe. - Copyright Holder: REUTERS
- Copyright Notice: (c) Copyright Thomson Reuters 2022. Open For Restrictions - http://about.reuters.com/fulllegal.asp
- Usage Terms/Restrictions: None