- Title: Özdemir: Geld aus Sondervermögen soll in Forschung fließen - "Return extrem"
- Date: 26th March 2025
- Summary: REUTERS, BERLIN, 26.03.2025 TOTALE PRESSEKONFERENZ KAMERAS PRÄSIDENT DER HELMHOLTZ-GEMEINSCHAFT, OTMAR WIESTLER UND BUNDESBILDUNGSMINISTER CEM ÖZDEMIR (GRÜNE) AN REDNERPULTEN O-TON BUNDESBILDUNGSMINISTER CEM ÖZDEMIR (GRÜNE) ("Beim Sondervermögen gab es ja viel Auseinandersetzungen hin und her, wie das verwendet werden soll. Und ich glaube, es ist jetzt hier noch mal deutli
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- Keywords: Cem Deutschland Forschung Forschungszusammenarbeit USA Özdemir
- Location: BERLIN, POTSDAM
- City: BERLIN, POTSDAM
- Country: Germany
- Topics: Europe,Government/Politics
- Reuters ID: LVA001178926032025RP1
- Aspect Ratio: 16:9
- Story Text: Forschungsminister Cem Özdemir (Grüne) hat am Mittwoch Bund und Länder dazu aufgefordert, Geld aus dem Sondervermögen Infrastruktur auch gezielt für den Wissenschafts- und Forschungsbereich zu verwenden. "Wir wissen, dass gerade im Wissenschaftssektor der Return extrem ist, weil es eben auch zusätzlich private Investitionen auslöst", sagte der Grünen-Politiker in Berlin nach einem Treffen mit den Spitzen der Wissenschaftsorganisationen. Er gebe den "dringenden Rat", dass Geld vom Bund und den Ländern hier investiert werden sollte. Dies stärke den Standort Deutschland dauerhaft. "Wenn das Geld in konsumtive Ausgaben geht, da ist es schnell weg, dann wird es keinen nachhaltigen Effekt haben", warnte Özdemir.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die deutschen Wissenschaftsorganisationen wollen zudem Deutschland als Forschungs- und Innovationsstandort anbieten. Hintergrund ist, dass die Trump-Regierung die staatliche Forschung in vielen Wissenschaftsbereichen in den USA drastisch zurückfährt und Forschungseinrichtungen weitere Einschnitte fürchten. "Forscherinnen und Forschern, die in ihrer Heimat nicht mehr die Möglichkeit sehen, frei zu arbeiten, können und wollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten im deutschen Wissenschaftssystem eine Perspektive bieten", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung, ohne dass die USA namentlich erwähnt werden. Sowohl Özdemir als auch Otmar Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, betonten, dass bereits existierende Programme zur Aufnahme von Wissenschaftlern hochgefahren würden.
Dies solle aber mit einer gewissen Diskretion geschehen. Es wäre nicht klug, riesige Abwerbekampagnen in den USA zu lancieren, mit begleitender Öffentlichkeitsarbeit, warnte Wiestler. Dies wäre auch ein verstörendes Signal an die amerikanischen Kolleginnen und Kollegen. "Wir haben sehr ähnliche Erfahrungen während des Brexit gemacht, wo eine große Zahl internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Großbritannien sich nach Deutschland gewandt hat. Und ich glaube, das wird ganz automatisch erfolgen, da brauchen wir gar keine großen Abwerbekampagnen zu starten."
Am Rande der Konferenz "Digital Health Innovation Forum" am Hasso-Plattner-Institut (HSI) in Potsdam sagte der Professor für "Digital Global Public Health", Lothar Wieler, dass die Einschränkungen der Forschung in den USA einen enormen Einfluss auf die Wissenschaftsfreiheit und damit auf die Innovation und das Vertrauen in die Wissenschaft hätten. Problematisch sei unter anderem, dass in den USA inzwischen Forschungsanträge abgelehnt würden, in denen Begriffe wie 'Diversity' oder 'Gender' vorkämen. Dies bedeute unter anderem, dass wichtige unpolitische Forschungsfragen nicht mehr erforscht werden könnten, erklärte Arial Dora Stern, Fachleiterin des Bereichs "Digital Health, Economics & Policy" am HSI.
"Eine Keynote-Speakerin von uns auf der Konferenz, die ist Kardiologin. Aber in ihre Forschung, es geht darum, wie zum Beispiel Männer und Frauen wirklich andere Outcomes haben von den gleichen Interventionen und das ist eine biologische Frage." Dass solche Projekte derzeit in den USA nicht durchgeführt werden können, sei "extrem problematisch", so Stern, die hinzufügte, dass sie in den letzten Wochen mehrere Anrufe von Kolleginnen und Kollegen aus den USA bekommen habe, die sich nun überlegen, ob sie ihre Zukunft vielleicht in Europa sehen.
(Produktion: Oliver Barth, Martin Schlicht, Petra Haverkamp, Johannes Toft Thyssen) - Copyright Holder: REUTERS
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