Von Bürokratieabbau bis Mindestlohn - Winzerin hat viele Wünsche an neue Landesregierung
Record ID:
2363024
Von Bürokratieabbau bis Mindestlohn - Winzerin hat viele Wünsche an neue Landesregierung
- Title: Von Bürokratieabbau bis Mindestlohn - Winzerin hat viele Wünsche an neue Landesregierung
- Date: 5th March 2026
- Summary: REUTERS, VAIHINGEN AN DER ENZ, 27.02.2026 DROHNEN-AUFNAHME WEINGUT WALZ WINZERIN MARA WALZ GEHT ÜBER DEN HOF DES WEINGUTS, ZWEI EINSTELLUNGEN DROHNEN-AUFNAHME WEINBERG O-TON MARA WALZ, WINZERIN AUF DIE FRAGE, WELCHE DREI FORDERUNGEN EINE NEUE LANDESREGIERUNG ZEITNAH UMSETZEN SOLLTE ("Ich wünsche mir ganz akut, dass die Landesregierung sich auf Bundesebene dafür einsetzt, d
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- Keywords: Baden-Württemberg Landtagswahl Weingut Walz Winzerin
- Location: VAIHINGEN AN DER ENZ
- City: VAIHINGEN AN DER ENZ
- Country: Germany
- Topics: Europe,Government/Politics,Elections/Voting
- Reuters ID: LVA001118405032026RP1
- Aspect Ratio: 16:9
- Story Text: Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Winzerin Mara Walz aus Vaihingen an der Enz klare Erwartungen an die Politik. Gemeinsam mit ihren Eltern führt die 34-Jährige das Familienweingut zwischen Stuttgart und Heilbronn, die künftige Übernahme ist bereits geplant. Bewirtschaftet werden circa zehn Hektar Rebfläche in Württemberg, die Weiß- und Roséweine lagern in Edelstahltanks, für die Rotweine nutzt die Familie Holzfässer.
Ein zentrales Thema für die bald dreifache Mutter bleibt die wirtschaftliche Belastung durch steigende Lohnkosten. "Ich wünsche mir ganz akut, dass die Landesregierung sich auf Bundesebene dafür einsetzt, dass wir in der Landwirtschaft eine Ausnahme vom Mindestlohn bekommen. Die brauchen wir einfach, um diese Kulturlandschaft weiter so bewirtschaften zu können", sagt Walz im Interview mit Reuters TV.
Zusätzlich fordert sie mehr Rückhalt in der Vermarktung regionaler Produkte. "Wir wünschen uns, dass die Landesregierung die Betriebe vor Ort weiter unterstützt und klar für Produkte aus Baden-Württemberg einsteht.“
Im Weinkeller bereitet Mara Walz derzeit Weine aus den Jahrgängen 2024 und 2025 für die Abfüllung vor, das ist harte handwerkliche Arbeit. Die junge Mutter engagiert sich unter anderem bei “Vinissima”, dem Netzwerk Deutscher Weinfachfrauen. Die Rolle der Frau im Weinbau ist ihr ein besonderes Anliegen. "In jedem Weinbaubetrieb gibt es schon immer Frauen, nur man sieht sie nicht. Sie halten den Haushalt am Laufen, kümmern sich um die Buchhaltung und Finanzen sind enorm wichtig. Frauen können das genauso gut wie Männer, und sie sollten es auch zeigen und dafür einstehen", erklärt Walz.
Während der Klimawandel die Branche verändert, betrachtet Walz andere Belastungen als drängender.
"Mit dem Klimawandel kommen wir als Winzerinnen und Winzer eigentlich ganz gut zurecht, aber die Menge an Bürokratie macht sich deutlich bemerkbar. Die Zeit, die wir am Schreibtisch verbringen statt im Weinberg oder im Verkauf, das ist inzwischen enorm.“ Auch die Vermarktung werde zunehmend anspruchsvoll. "Es wird immer komplexer, neue Kundinnen und Kunden für unsere Weine zu finden. Das braucht Zeit, Fachkräfte und persönliches Invest, aber der Tag hat eben nur 24 Stunden", sagt die Winzerin.
Nach dem Abfüllen des Rotweins geht für Walz die Arbeit in der Vinothek des Weinguts weiter. Für die Anliegen des Weinbaus sei die Landesregierung im Südwesten grundsätzlich offen, sagt Walz. "Unsere Landesregierung ist weinaffin und versucht, das Thema zu platzieren.“ Auf Bundesebene erkenne sie dagegen Defizite, etwa bei der Präsenz deutscher Weine bei offiziellen Veranstaltungen.
Mit Blick auf die Landtagswahl hofft Walz auch auf Verlässlichkeit. "Ich wünsche mir, dass viele Leute ihr Wahlrecht wahrnehmen und für eine demokratische Partei abstimmen, und wir wünschen uns, dass laufende Prozesse nicht ewig stehen bleiben. Die Natur wächst täglich weiter", erklärt sie. Wichtig sei auch ein langfristiger Horizont. "Bestehende Programme sollten bis zum Ende fortgesetzt werden. Wir denken in Generationen – nicht in Amtsperioden.“
Für Winzerin Walz bleibt aber vor allem eines entscheidend: dass die künftige Regierung schnell handlungsfähig ist und verlässliche Rahmenbedingungen für die Betriebe im Land schafft.
Die Landtagswahl in Baden-Württemberg findet am 8. März statt. Rund 7,7 Millionen Wahlberechtigte sind dann aufgerufen, ihre Stimme abzugeben und eine neue Landesregierung zu wählen. Derzeit regiert in der Landeshauptstadt Stuttgart eine grün-schwarze Koalition mit Winfried Kretschmann als Ministerpräsident. Nachdem die CDU lange darauf hoffen konnte, bald auch in Baden-Württemberg den Regierungschef zu stellen, sehen die neuesten Umfragen die zuvor abgeschlagenen Grünen nur noch knapp hinter der Union.
Laut einer am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Erhebung von Infratest dimap für die ARD hat die CDU einen hauchdünnen Vorsprung vor den Grünen. Die CDU verliert im Vergleich zum Januar einen Punkt auf 28 Prozent. Die Grünen legen dagegen um vier Punkte auf 27 Prozent zu. Die AfD gibt zwei Punkte ab und wird in der Umfrage mit 18 Prozent drittstärkste Kraft. Die SPD verliert einen Punkt und kommt auf sieben Prozent, die FDP legt einen Punkt auf sechs Prozent zu und die Linke kommt auf 5,5 Prozent (minus 1,5 im Vergleich zu Januar).
(Produktion: Ayhan Uyanik, Christine Uyanik, Claudia Dörries) - Copyright Holder: REUTERS
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